Die Tobmazen und die Kinder
Im Hochwalde wohnt schon seit langer Zeit die Tobmazen, eine Waldfee, die zu manchen Zeiten sich sehen lässt, meist aber nicht sichtbar ist. Sie hat im großen Walde drei Wohnstuben, nämlich: einen Steinbruch, ein Waldesdickicht und eine grüne Wiese. Gute, fleißige und folgsame Kinder, die beim Holzlesen oder Pilze- und Beerensuchen im Walde sich verirren und nicht wieder nach Hause finden, die sucht sie auf und führt sie an der Hand in ihre gute Stube, das ist auf die grüne Wiese, wo Blumen blühen und Erdbeeren wachsen. Dort dürfen die Kinder im Grase lagern oder auf der Wiese spazieren gehen, Blumen pflücken und Erdbeeren essen. Sagen dann die Kinder: „Ich danke schön!" so führt sie dieselben auf die Straße, auf der sie nach Hause finden. Zu manchen Zeiten kommt die Tobmazen in die nahegelegenen Dörfer und achtet auf die Kinder, ob diese artig oder unartig sind. Ungezogene Kinder, die da lügen, fluchen und den Eltern nicht folgen, verschleppt sie in den Wald in den Steinbruch, wo es kalt ist. Dort müssen die Kinder auf spitzen Steinen sitzen und zusehen, wie Kröten, Molche, Käfer und Schlangen um sie herum spazieren. Als Nahrung bekommen sie nur Pilze und grüne Pflanzenblätter. Faule und unartige Kinder und solche, die gern naschen, verschleppt sie in das Waldesdickicht. Dort müssen sie auf blanker Erde hocken und die Nadeln des Tannenbaumes zählen, und wenn sie sich verzählen, müssen sie wieder bei Nr. 1 anfangen. Als Mahlzeit reicht ihnen die Tobmazen einen Tannenzapfen, aus dem sie die Samenkerne mit den Fingern herausschälen, wie das Eichhörnchen es macht, wenn es die Kerne essen will.
Bei finsterer Nacht hören die Kinder im Walde in den Wipfeln der Bäume den Wind heulen und den Uhu schreien, und wenn es regnet, werden sie nicht bloß nass, sondern sie frieren auch. Bessern sich die bösen Kinder und nehmen sie sich vor, den Eltern zu folgen, und gute Kinder zu werden, dann schenkt ihnen die Waldfee Zuckerbrot. Sobald die Kinder davon essen, schlafen sie ein, und wenn sie erwachen, liegen sie daheim in ihrem Bettchen.
Im Hochwalde wohnt schon seit langer Zeit die Tobmazen, eine Waldfee, die zu manchen Zeiten sich sehen lässt, meist aber nicht sichtbar ist. Sie hat im großen Walde drei Wohnstuben, nämlich: einen Steinbruch, ein Waldesdickicht und eine grüne Wiese. Gute, fleißige und folgsame Kinder, die beim Holzlesen oder Pilze- und Beerensuchen im Walde sich verirren und nicht wieder nach Hause finden, die sucht sie auf und führt sie an der Hand in ihre gute Stube, das ist auf die grüne Wiese, wo Blumen blühen und Erdbeeren wachsen. Dort dürfen die Kinder im Grase lagern oder auf der Wiese spazieren gehen, Blumen pflücken und Erdbeeren essen. Sagen dann die Kinder: „Ich danke schön!" so führt sie dieselben auf die Straße, auf der sie nach Hause finden. Zu manchen Zeiten kommt die Tobmazen in die nahegelegenen Dörfer und achtet auf die Kinder, ob diese artig oder unartig sind. Ungezogene Kinder, die da lügen, fluchen und den Eltern nicht folgen, verschleppt sie in den Wald in den Steinbruch, wo es kalt ist. Dort müssen die Kinder auf spitzen Steinen sitzen und zusehen, wie Kröten, Molche, Käfer und Schlangen um sie herum spazieren. Als Nahrung bekommen sie nur Pilze und grüne Pflanzenblätter. Faule und unartige Kinder und solche, die gern naschen, verschleppt sie in das Waldesdickicht. Dort müssen sie auf blanker Erde hocken und die Nadeln des Tannenbaumes zählen, und wenn sie sich verzählen, müssen sie wieder bei Nr. 1 anfangen. Als Mahlzeit reicht ihnen die Tobmazen einen Tannenzapfen, aus dem sie die Samenkerne mit den Fingern herausschälen, wie das Eichhörnchen es macht, wenn es die Kerne essen will.
Bei finsterer Nacht hören die Kinder im Walde in den Wipfeln der Bäume den Wind heulen und den Uhu schreien, und wenn es regnet, werden sie nicht bloß nass, sondern sie frieren auch. Bessern sich die bösen Kinder und nehmen sie sich vor, den Eltern zu folgen, und gute Kinder zu werden, dann schenkt ihnen die Waldfee Zuckerbrot. Sobald die Kinder davon essen, schlafen sie ein, und wenn sie erwachen, liegen sie daheim in ihrem Bettchen.
Quelle --->
W. Reimann "Geschichte und Sagen der Burgen und Städte im Kreise Waldenburg" (1882/1908), Seite 263/264
OCR-Verarbeitung und Anpassung an neue Rechtschreibregeln ---> Marcin Perliński (2026)
W. Reimann "Geschichte und Sagen der Burgen und Städte im Kreise Waldenburg" (1882/1908), Seite 263/264
OCR-Verarbeitung und Anpassung an neue Rechtschreibregeln ---> Marcin Perliński (2026)
die Tobmazen ---> auch: Tobmezen, Tobmaze, Tobmeze = das Buschweibel (eine Art Berghexe/Waldhexe, manchmal auch als Fee bezeichnet)

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